Ladies in Dead
Wie alles begann

Der Geburtstag der "Ladies in Dead" lässt sich genau festmachen: Ostern 2015 sind wir sozusagen aus dem Ei geschlüpft.

Bei einem Plaudertreffen hier am Schönberger Strand kam den Kiel-Krimi-Kolleginnen Angelika Svensson, Kirstin Warschau und mir im Verlauf des üblichen Fachgesimpels über Mörderisches im Allgemeinen und das regionale Meucheln im Besonderen die Idee, unser kriminelles Schaffen zukünftig als "Ladies in Dead" auch gemeinsam zu präsentieren. Denn wir sind der Überzeugung, dass gute (!) Kriminalromane mit lokalem Bezug es verdienen, (noch) bekannter gemacht zu werden. Und in unserem Vorhaben sahen wir eine Möglichkeit, gegenüber „normalen“ Single-Lesungen etwas mehr Aufmerksamkeit zu erregen.

Inzwischen können wir erfreulicherweise sagen, dass unser Konzept sich rundherum bewährt hat. Potenzielle Veranstalter zeig(t)en sich äußerst interessiert, und was sich schon bei der Premierenlesung im Kieler Kulturzentrum hansa48 am 29. Mai 2015 abzeichnete, lässt sich inzwischen mit Blick auf sämtliche Folgelesungen feststellen: Wir kommen ausgesprochen gut an.

Neben unseren Texten, wie wir mal in aller Unbescheidenheit annehmen wollen, liegt das sicherlich auch an dem, was wir atmosphärisch rüberbringen. Wir kennen uns schon länger bis sehr lange, verstehen uns gut, und niemand von uns dreien hat das Bedürfnis, sich in den Vordergrund zu drängen.

Ungeachtet dieser Harmonie beschreitet jede von uns in ihrem Schreiben aber ganz eigene Wege – was offenbar den besonderen Reiz für das Publikum ausmacht. Denn wir bemorden in unseren Büchern zwar alle dieselbe Region, nämlich Kiel und sein weiteres Umland, tun dies jedoch sowohl stilistisch als auch inhaltlich sehr individuell. So machen die Zuhörer/innen bei Angelika Svensson und Kirstin Warschau Bekanntschaft mit zwei seriösen Kriminalkommissarinnen (Lisa Sanders und Olga Island), die trotzdem sehr unterschiedlich angelegt sind, während ich mit Hanna Hemlokk, der „Tränenfee vom Passader See“, eine schräge Privatermittlerin aus der Probstei ins Rennen schicke.

Diese beachtliche Spannbreite an einem Abend präsentiert zu bekommen, scheint unserem Publikum ausgesprochen gut zu gefallen. Das zeigt sich vor allem auch in der Gesprächsrunde, mit der wir unsere Lesungen stets beenden. Hier ist jede Frage und Anmerkung gestattet, und spätestens nach dem Platzen des „Einstiegsknotens“ ergab sich bisher jedes Mal eine äußerst interessante Unterhaltung, die beiden Seiten viel Spaß gemacht hat. Und so wird es hoffentlich weitergehen.




Foto Ute Haese